ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Plasmen für alle
Zahlreiche Alltagstechnologien würde es ohne Plasmen nicht geben. Die Teams der Sonderforschungsbereiche wollen das Wissen über ihre Relevanz in die Öffentlichkeit tragen.
Mit dem Plasmatruck zur Schule
Die Plasmaforscherinnen und -forscher der RUB engagieren sich seit vielen Jahren, um Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen Plasmen näherzubringen. „Im Physikunterricht werden zwar teils Experimente gemacht, bei denen Plasmen im Einsatz sind, aber das Wort Plasma taucht im Lehrplan gar nicht auf“, erklärt Science-Managerin Dr. Marina Prenzel. Um Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mit dem Konzept eines Plasmas vertraut zu machen, hat das SFB-Team in Zusammenarbeit mit Physik- Didaktikern um Prof. Dr. Heiko Krabbe verschiedene in Boxen verstaubare Plasma-Experimente konstruiert, die handlich im Kleinbus transportiert werden können. Mit ihnen können die Forschenden abwechslungsreiche 90-minütige Workshops in Oberstufenklassen abhalten, bei denen Schülerinnen und Schüler selbst experimentieren und verschiedene Anwendungsbereiche von Plasmen kennenlernen können. „So wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Plasmen extrem wichtig für viele unserer heutigen Technologien sind“, sagt Marina Prenzel.
Schüler und Schülerinnen bewerten Forschungsprojekte
Nicht nur, was ein Plasma eigentlich ist und wo es zum Einsatz kommt, sollen Schülerinnen und Schüler erfahren können. Das SFB-Team baut derzeit zusammen mit der Physik-Didaktik auch ein Projekt auf, das die Bewertungskompetenz der Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördern soll. Hierbei sollen Schülerinnen und Schüler Einblicke in verschiedene Plasmaforschungsvorhaben bekommen und bewerten, welche dieser Projekte sie fördern würden. Ziel ist, dabei auch zu vermitteln, wie Plasmen dazu beitragen können, die Herausforderungen der Klimaerwärmung zu meistern.
Über 20 Jahre Plasma Summer School
Seit über 20 Jahren organisieren Plasmaforscherinnen und -forscher der RUB einmal im Jahr eine internationale Summer School für Master-Studierende und Promovierende. Sie ging ursprünglich aus einem europäischen Erasmus-Projekt hervor, das die Technische Universität Eindhoven federführend eingeworben hatte. Als die Fördergelder im Jahr 2000 ausliefen, engagierte sich das RUB-Team für die Fortsetzung. „Die Schule ist eigentlich immer überbucht“, erzählt Mitorganisator Dr. Marc Böke. Die jährlich 80 bis 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Vortragenden kommen aus der ganzen Welt. Ziel der siebentägigen Veranstaltung ist es, ihnen Einblicke in alle wesentlichen technisch relevanten Plasmen und zugleich die Vernetzung untereinander sowie mit etablierten Forschenden des Fachs zu ermöglichen. „Einige der ehemaligen Teilnehmenden leiten mittlerweile selbst Plasmalabore“, erzählt Böke. Das RUB-Team hofft, das erfolgreiche Format trotz der Coronasituation bald wieder in Präsenz fortführen zu können.
übernommen von Julia Weiler, RUB
Neue Förderung - Ruhr Konferenz
Die Plasmaforschung trägt zum neuen Forschungszentrum „Future Energy Materials and Systems“ bei
Das Land NRW wird in den nächsten Jahren im Rahmen des Förderinstruments "Ruhrkonferenz" vier Forschungszentren und ein College finanzieren. Ein Forschungszentrum „Zukünftige Energiematerialien und -systeme“ wird die Plasmawissenschaft an der RUB auf dem Gebiet der synthetischen Plasmachemie unterstützen. Die Plasmachemie ist ein zentrales Thema im CRC 1316 und wird durch diese Maßnahme in den kommenden Jahren gestärkt. (Bild (c) hagenvontroja)
Öffentliche Forschungsaktivitäten
"Mobiler Plasma Workshop" für Oberstufenschüler*innen abgeschlossen
Der letzte Arbeitsschritt für das aktuelle Projekt der Öffentlichkeitsarbeit ist abgeschlossen. Der Plasma-Truck, also die mobile Werkstatt für Schüler*innen, richtet sich an Physikkurse der letzten beiden Schuljahre.
Das didaktische Konzept des Workshops ist die Vertiefung des vorhandenen Wissens durch die Verknüpfung der bereits bekannten Physik mit Konzepten aus der Plasmaphysik. Das Konzept wurde zusammen mit der Arbeitsgruppe Physikdidaktik von Prof. Krabbe an der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum entwickelt. Im Rahmen einer Masterarbeit analysierte Jasmin Schmidt das vorhandene Wissen der Schüler*innen über Plasmen. Dabei stellte sie fest, dass viele Experimente und Beschreibungen von Phänomenen im Unterricht behandelt wurden, die aber nicht mit Plasmen in Verbindung gebracht wurden.
Hier greift der Workshop die bekannten Experimente auf und ordnet sie neu ein. Anschließend können interessierte Schulklassen in und um Bochum den Workshop für einen Zeitraum von 90 Minuten buchen. Am Tag des Workshops werden Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit sowie studentische Hilfskräfte die Schulklasse besuchen. Zur Einführung in das Thema wird ein kurzer Film produziert. Anschließend haben die Schüler*innen die Möglichkeit, die Experimente selbständig in Kleingruppen zu bearbeiten. Ein Begleitheft mit Informationen zu den Experimenten führt durch den Workshop. Erste Gruppen können den Workshop nach den Sommerferien ausprobieren, falls die Covid-19-Maßnahmen dies zulassen.
Maike Kai & Marina Prenzel, Öffentlichkeitsarbeit CRCs
Öffentlichkeitsarbeit
Plasma Schnuppertag - Was ist Plasma und wo findet es in der Technik & Forschung Anwendung?
Interessierte Schüler der Oberstufe sind herzlich eingeladen am Schnuppertag Plasma am 28.01.2020 von 10 bis 15 Uhr online teilzunehmen. Die Lehrstühle der Ruhr-Universität Bochum stellen sich vor.
Technische Plasmen finden in vielen Bereichen des Alltags ihre Anwendung und ermöglichen viele Errungenschaften unserer technisierten Welt, wie z.B. in Mikroelektronik, Optik oder Maschinenbau. Aber auch in Bereichen wie Luftreinigung, Sterilisation und Medizin können Plasmen wirkungsvoll in innovativen Konzepten eingesetzt werden.
Die Grundlagen technischer Anwendungen sind unser Forschungsgebiet. Wir arbeiten interdisziplinär mit Partnern aus Forschung und Industrie an der Entwicklung innovativer Konzepte und Systeme. Und wir möchten Euch den weitestgehend unbekannten Begriff des physikalischen Plasmas erklären und Euch vorstellen, wie wir den „vierten Aggregatzustand“ der Materie nutzen und erforschen. Zudem möchten wir Euch zeigen, wie Ihr vielleicht in Zukunft selbst Teil eines Forscher-Teams werden könnt!
Die Anmeldung erfolgt per Email an:
Öffentlichkeitsarbeit
Prof. Dr. Achim von Keudell bei TEDx
Prof. Achim von Keudell hatte die Ehre, bei der TEDx-Veranstaltung am 19. Mai 2018 in Bochum mit einem 15-minütigen Vortrag dabei zu sein. In seinem TEDx Talk "Extreme Plasmas for Extreme Materials" geht es um sein aktuelles Forschungsgebiet, die Kontrolle und Zähmung dieser extremen Plasmen, die die Grundlage für die zukünftige Materialsynthese bilden werden. Das übergreifende Thema der Veranstaltung war "Changing Perspectives". Es standen nur 200 Karten für das Publikum zur Verfügung.
TEDx ist ein weltweiter Ableger der TEDx-Konferenzreihe. Das Themenspektrum der TEDx-Veranstaltung war extrem breit gefächert und umfasste gesellschaftliche und wissenschaftliche Herausforderungen der Zukunft. Das Video der Präsentation finden Sie hier.